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Funktionierende Gastherme, alte Heizkörper unter Kastenfenstern, ein ganzes Zinshaus voller Einzelöfen: Heizen im Wiener Altbau hat eigene Regeln. Wir erklären, was Sie behalten können, wo ein gemeinschaftlicher Beschluss nötig ist und welche Auflagen am

Heizung im Altbau Wien: Gas, Fernwärme & Zentralheizung

Heizung im Altbau Wien: Gas, Fernwärme & Zentralheizung

Warum Heizen im Wiener Altbau seine eigenen Regeln hat

Flügeltüren, Stuck an der Decke, Kastenfenster, die im Winter leise pfeifen: Der Wiener Altbau hat einen Charakter, den kein Neubau nachbauen kann. Genau dieser Charakter macht das Heizen aber auch zur eigenen Disziplin. Hohe Räume mit drei, manchmal fast vier Metern Deckenhöhe wollen erst einmal warm werden. Dazu kommen Tramdecken aus Holz, dicke, aber oft ungedämmte Ziegelwände und unzählige Wärmebrücken an Fensterleibungen und Außenecken.

In rund 443.000 Wiener Wohnungen wird heute noch mit Erdgas geheizt, ein großer Teil davon in Gründerzeithäusern. Die alte Gasetagenheizung, die Kombitherme im Bad, der Einzelofen im Wohnzimmer: All das funktioniert oft seit Jahrzehnten. Die Frage, die uns Eigentümer und Hausverwaltungen am häufigsten stellen, lautet trotzdem: Was muss ich jetzt eigentlich tun, und was darf ich behalten?

Dieser Beitrag gibt Ihnen den Überblick, ohne Sie mit Halbwissen zu verunsichern. Es geht um die typischen Heizsituationen im Wiener Altbau, um die rechtliche Lage rund um Gas und um die bauphysikalischen Besonderheiten, die im Zinshaus mitspielen. Die reinen Kostenfragen und den großen Systemvergleich finden Sie in unserem Leitfaden zum Heizungstausch in Wien, die Technik der Wärmepumpe im Detail in unserem Beitrag zur Wärmepumpe im Wiener Altbau.

Heizen im Wiener Altbau auf einen Blick
Gasheizung im BestandFunktionierend kein Tauschzwang, das Verbot gilt seit 2024 nur im Neubau
FernwärmeBei 60 bis 70 Grad Vorlauf bleiben bestehende Heizkörper meist erhalten
Zentralheizung im ZinshausUmstieg von Einzelofen oder Etage nur als gemeinschaftliche Entscheidung
DenkmalschutzAußeneinheit oder Solar nur mit Abstimmung mit Bundesdenkmalamt oder MA 19
Tipp aus der PraxisKlären Sie immer zuerst die Heizlast Ihres Gebäudes, also wie viel Wärme es bei Kälte braucht. Die hängt direkt vom Dämmstand ab. Erst danach das System wählen, sonst dimensionieren Sie die neue Heizung zu groß und zahlen unnötig drauf.

Wenn Sie sich unsicher sind, wo Ihr Altbau gerade steht, schauen wir uns das gern vor Ort an. Vereinbaren Sie eine kostenlose Erstbesichtigung, dann reden wir über Ihre konkrete Situation und nicht über Durchschnittswerte.

Gaskombitherme und Gasetagenheizung: ablösen oder behalten?

Die häufigste Heizung im Wiener Altbau ist nach wie vor die Gasetagenheizung, oft als Kombitherme, die zugleich das Warmwasser macht. Und die gute Nachricht zuerst: Solange Ihre Therme einwandfrei läuft und regelmäßig gewartet wird, müssen Sie sie nicht austauschen.

Gut zu wissenDas Verbot fossiler Heizungen aus dem Erneuerbare-Wärme-Gesetz gilt seit 2024 ausschließlich im Neubau. Das oft genannte Jahr 2040 ist ein politisches Ziel und eine Förder-Logik, kein gesetzlicher Tauschzwang für funktionierende Gasheizungen im Bestand. Auch die Reparatur einer bestehenden Gasanlage ist weiterhin erlaubt.

Wann lohnt sich der Umstieg dann überhaupt? Eine sinnvolle Faustregel ist das Alter. Ab etwa 15 Jahren sollten Sie die Wirtschaftlichkeit Ihrer Therme prüfen. Alte Geräte arbeiten oft nur mit 60 bis 70 Prozent Wirkungsgrad, während eine Brennwerttherme über 90 Prozent erreicht. Noch deutlicher wird der Unterschied gegenüber einer Wärmepumpe oder Fernwärme. Hier geht es aber nicht nur um die Effizienz des Geräts, sondern um die Frage, wie lange Sie sich überhaupt noch an Gas binden wollen.

Was gilt in der Mietwohnung?

Diese Frage sorgt regelmäßig für Diskussionen. Ist die Therme bei Einzug mitvermietet worden, also Teil der Wohnung, dann ist der Vermieter für ihre Erhaltung und im Ernstfall für den Austausch zuständig. Das hat sich durch eine Änderung im Mietrechtsgesetz klargestellt, worauf auch die Arbeiterkammer Wien hinweist. Der Mieter trägt im Gegenzug die laufende Wartung. Bei einer im Eigentum der Mieterin stehenden Therme sieht die Sache anders aus. Im Zweifel lohnt ein Blick in den Mietvertrag.

Im Mehrparteienhaus geht es nur gemeinsam

Wer in einem Zinshaus seine Etagenheizung loswerden und auf ein zentrales System umsteigen will, kann das nicht im Alleingang. Eine zentrale Lösung betrifft das gesamte Haus und braucht einen Beschluss der Eigentümergemeinschaft. In der Praxis stehen dann mehrere Wege zur Wahl:

  • eine zentrale Luft-Wärmepumpe, die über eine neue Steigleitung alle Wohnungen versorgt
  • dezentrale Etagen-Wärmepumpen je Wohnung, die allerdings in Summe rund doppelt so teuer ausfallen
  • eine gemeinschaftliche Therme als Übergangslösung
  • der Anschluss des ganzen Hauses an die Fernwärme

Welcher Weg der richtige ist, hängt von Lage, Gebäudezustand und der Bereitschaft der Hausgemeinschaft ab. Genau an dieser Stelle ist es ein echter Vorteil, wenn Bautechnik und Haustechnik aus einer Hand kommen. Die Steigleitung verlegen, die Wände stemmen, die alte Anlage entsorgen und gleichzeitig das neue System einbinden: Das greift bei uns ineinander, statt dass Sie fünf Firmen koordinieren müssen.

Vom Einzelofen zur Zentralheizung im Zinshaus

In manchen Wiener Gründerzeithäusern wird noch heute mit Einzelöfen oder reinen Etagenheizungen geheizt. Jede Wohnung kocht ihr eigenes Süppchen, im Stiegenhaus stehen die Gasleitungen noch quer, und im Winter ist die Wärme ungleich verteilt. Der Wunsch nach einer ordentlichen Zentralheizung ist dann gut nachvollziehbar.

Technisch ist das machbar, der Aufwand sollte aber niemanden überraschen. Eine Zentralheizung braucht Steigleitungen, die durch alle Geschosse führen, und meist eine begleitende Strangsanierung, bei der die alten Versorgungsleitungen gleich mit erneuert werden. Pro Wohnung kommt eine Übergabe- oder Wohnungsstation hinzu, über die jede Einheit ihre Wärme und ihr Warmwasser bezieht und sauber abrechnen kann. Und wie bei jeder hausweiten Maßnahme braucht es den Beschluss der Eigentümergemeinschaft.

Ihre bestehenden Heizkörper können Sie dabei in vielen Fällen behalten, vor allem, wenn Sie auf Fernwärme oder eine moderate Vorlauftemperatur setzen. Bei einer Niedertemperatur-Lösung wie der Wärmepumpe ist das differenzierter zu betrachten. Mehr dazu im nächsten Abschnitt und im Detail in unserem Beitrag zur Wärmepumpe im Altbau.

Dass die zentrale Lösung selbst im gasbeheizten Gründerzeitbestand funktioniert, zeigt ein vielbeachtetes Wiener Projekt. Beim Smart Block in der Geblergasse im 17. Bezirk wurde 2019 ein ganzer Gründerzeitblock auf ein Anergienetz mit 18 Erdsonden und reversiblen Wärmepumpen umgestellt. Der Heizwärmebedarf sank von ursprünglich 125 bis 160 auf 36 bis 66 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Das ist kein Standardprojekt für jede Liegenschaft, aber ein klarer Beleg, dass im Altbau weit mehr geht, als viele denken.

Wir koordinieren solche hausweiten Umstellungen mit einem persönlichen Bauleiter als einzigem Ansprechpartner. Wie eine umfassende Zinshaussanierung in Wien als Ganzes abläuft, lesen Sie in unserem eigenen Beitrag dazu.

Fernwärme im Gründerzeit-Zinshaus: müssen die Heizkörper raus?

Fernwärme ist in vielen Wiener Innenbezirken der einfachste Weg weg vom Gas. Kein Brenner im Keller, keine Außeneinheit, keine Wartung des Wärmeerzeugers, dafür eine kompakte Übergabestation. Und sie beantwortet eine Frage, die uns bei fast jedem Fernwärme-Projekt gestellt wird: Was passiert mit meinen alten Heizkörpern?

In den allermeisten Fällen können Sie sie behalten. Fernwärme in Wien wird üblicherweise mit Vorlauftemperaturen von 60 bis 70 Grad betrieben. Das reicht für klassische Plattenheizkörper, wie sie in den vergangenen Jahrzehnten verbaut wurden, problemlos aus. Tauschen müssen Sie nur dann, wenn die Heizkörper stark verkalkt sind oder noch ein altes Einrohrsystem aus den 60er- und 70er-Jahren in Betrieb ist, bei dem die Wärme reihum von Heizkörper zu Heizkörper läuft.

Im Gebäude selbst passiert beim Umstieg trotzdem einiges. Die alte Therme oder der Heizkessel kommt raus, an seine Stelle tritt die Übergabestation, meist im Keller. Bei einer Zentralisierung bekommt jede Wohnung ihre eigene Wohnungsstation. Dazu kommen Wanddurchbrüche für die neuen Leitungen und der Rückbau der nicht mehr benötigten Gasleitung samt Abmeldung beim Netzbetreiber. Das ist Arbeit für mehrere Gewerke, und genau hier spielen wir als Generalunternehmer unsere Stärke aus.

Was der Anschluss konkret kostet und wie er sich gegenüber Wärmepumpe und Pellets rechnet, haben wir im Leitfaden Heizungstausch Wien aufgeschlüsselt.

Heizkörper im Altbau: warum die Vorlauftemperatur entscheidet

Ob Ihre alten Heizkörper bleiben dürfen oder weichen müssen, hängt an einer einzigen Größe: der Vorlauftemperatur. Damit ist gemeint, wie heiß das Wasser ist, das in den Heizkörper fließt. Und die fällt je nach Heizsystem sehr unterschiedlich aus.

Eine alte Gastherme schickt oft 70 bis 80 Grad heißes Wasser durch die Leitungen. Fernwärme liegt mit 60 bis 70 Grad nur wenig darunter, weshalb Ihre Heizkörper dort meist bleiben können. Eine Wärmepumpe dagegen arbeitet wirtschaftlich nur mit niedrigen Vorlauftemperaturen um die 35 bis 45 Grad. Bei diesen niedrigen Temperaturen geben klassische Plattenheizkörper schlicht zu wenig Wärme ab, um den hohen Altbauraum im Jänner warm zu halten.

Das Prinzip dahinter ist einfach: Je größer die Heizfläche, desto niedriger darf die Wassertemperatur sein. Deshalb braucht eine Wärmepumpe im Altbau entweder großzügig dimensionierte Niedertemperatur-Heizkörper oder eine Flächenheizung. Welche Lösung in Ihrem Fall passt und welche Jahresarbeitszahl realistisch ist, hängt am Dämmstand und an der Raumgeometrie. Die technischen Details dazu finden Sie in unserem Beitrag zur Wärmepumpe im Altbau, die Preise pro Heizkörper und pro Quadratmeter im Kostenleitfaden zum Heizungstausch.

Was Sie aus diesem Abschnitt mitnehmen sollten: Es gibt keine pauschale Antwort. Wir messen bei der Besichtigung nach, rechnen die Heizlast pro Raum und sagen Ihnen dann, wo die bestehenden Heizkörper reichen und wo nicht. Lieber einmal seriös geprüft, als im ersten kalten Winter überrascht zu werden.

Denkmalschutz und Fassade: Heizen mit Auflagen

Ein guter Teil des Wiener Gründerzeitbestands steht unter Denkmalschutz oder liegt in einer Schutzzone. Das macht den Charme dieser Häuser aus, schränkt beim Heizen aber die Möglichkeiten ein. Und es ist der Punkt, an dem wir am häufigsten gebremste Begeisterung erleben.

Die wichtigste Einschränkung betrifft die Fassade. Eine Außendämmung an einer geschützten Stuckfassade ist in aller Regel nicht zulässig, weil sie das historische Erscheinungsbild zerstören würde. Die Lösung ist dann eine Innendämmung, die bauphysikalisch sauber geplant werden muss, damit kein Tauwasser in der Wand entsteht. Mehr zum Zusammenhang von Dämmung und Heizlast lesen Sie in unserem Beitrag zur thermischen Sanierung in Wien.

AchtungDie Außeneinheit einer Luft-Wärmepumpe oder eine Solarthermie-Anlage dürfen Sie an einem geschützten Gebäude niemals ohne Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt beziehungsweise der MA 19 planen. An der Straßenfassade ist eine sichtbare Anbringung praktisch ausgeschlossen.

In der Praxis bedeutet das: Eine Außeneinheit findet ihren Platz hofseitig, also im Innenhof oder an einer nicht einsehbaren Hoffassade, wo sie das geschützte Straßenbild nicht stört. Solarthermie oder Photovoltaik wandern auf die straßenabgewandten Dachflächen. Zuständig ist bei eingetragenen Denkmälern das Bundesdenkmalamt, bei Schutzzonen die Wiener MA 19. Wir klären diese Abstimmung im Rahmen der Planung mit ab, damit Sie nicht mitten im Projekt von einer Auflage gestoppt werden.

Übrigens, der Vollständigkeit halber: Auch der Schallschutz gegenüber den Nachbarn spielt bei einer Außeneinheit im Hof eine Rolle. Die Details dazu, samt der Vorgaben der MA 22, haben wir in unserem Beitrag zur Wärmepumpe im Altbau zusammengefasst.

Welches Heizsystem passt zu welchem Altbau-Typ?

Den Wiener Altbau gibt es nicht. Eine einzelne Eigentumswohnung im Zinshaus ist eine andere Ausgangslage als ein ganzes Gründerzeithaus oder eine Villa im Cottage-Viertel. Die folgende Übersicht zeigt, in welche Richtung es je nach Gebäudetyp typischerweise geht. Es ist eine Orientierung, keine Festlegung. Die endgültige Empfehlung treffen wir immer nach einer Besichtigung vor Ort.

Altbau-TypEmpfohlene RichtungWorauf achten
Zinshaus-WohnungFernwärme oder Anschluss an zentrale LösungWEG-Abstimmung, Heizkörper meist behaltbar
Ganzes Gründerzeit-ZinshausFernwärme oder zentrale Luft-WP über SteigleitungStrangsanierung, Übergabe- und Wohnungsstationen
Gründerzeit-Villa oder EFHLuft-WärmepumpeHeizlast und Dämmstand, Aufstellort
Nachkriegsbau (50-70er)Luft-Wärmepumpe, oft mit BestandsheizkörpernEinrohrsystem prüfen

In den dicht verbauten Innenbezirken rund um den Gürtel ist Fernwärme oft der unkomplizierteste Weg, weil das Netz dort gut ausgebaut ist und im Innenhof selten Platz für eine große Außeneinheit bleibt. In den Außenbezirken mit Einfamilienhäusern und Gärten ist die Luft-Wärmepumpe meist die naheliegende Wahl. Beim Nachkriegsbau der 50er- bis 70er-Jahre lohnt ein genauer Blick auf das Heizsystem, weil dort häufig Einrohranlagen verbaut wurden, die sich anders verhalten als moderne Zweirohrsysteme.

Zur Förderung nur so viel an dieser Stelle: Der Umstieg auf ein erneuerbares System wird heuer kräftig unterstützt. Die Bundesförderung Kesseltausch aus der Sanierungsoffensive ist 2026 aktiv, die Stadt Wien fördert über die MA 50 zusätzlich mit Pauschalbeträgen für Wohnung und Eigenheim. Welche Programme aktuell laufen, in welcher Höhe und mit welchen Fristen, ändert sich allerdings regelmäßig. Den vollständigen Überblick mit allen Zahlen haben wir im Leitfaden zum Heizungstausch in Wien zusammengestellt und halten ihn dort aktuell.

Was bei all diesen Wegen gleich bleibt: Eine Heizung im Altbau ist selten nur Haustechnik. Es braucht fast immer bauliche Eingriffe, vom Wanddurchbruch über die Strangsanierung bis zum Verputz nach dem Gasleitungs-Rückbau. Wir decken als Generalunternehmer beides ab, Bautechnik und Haustechnik, mit eigenem Fachpersonal und einem persönlichen Bauleiter. Mehr zu unserem gesamten Leistungsspektrum finden Sie auf der Seite zur Heizungsmodernisierung im Altbau und rund um die Altbausanierung in Wien.

Ob Gastherme, Fernwärme oder Zentralheizung: Was in Ihrem Altbau Sinn ergibt, sehen wir erst, wenn wir uns Ihr Gebäude angeschaut haben. Diese Erstbesichtigung ist bei uns kostenlos und unverbindlich. Vereinbaren Sie jetzt Ihren Termin, wir freuen uns auf Ihr Projekt.

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