Fenstertausch im Wiener Altbau: Was Sie wirklich wissen müssen
Wenn der Altbau-Charme durch jede Ritze zieht
Hohe Räume, Stuckdecken und diese wunderbaren Kastenfenster — kaum etwas prägt den Wiener Altbau so sehr wie seine Fenster. Sie erzählen von der Gründerzeit, von Handwerkskunst und von einer Epoche, in der Wien zur Weltstadt wurde. Doch was von außen nach Charme aussieht, bedeutet im Winter oft: Zugluft, beschlagene Scheiben und Heizkostenrechnungen, die wehtun.
Wenn Sie in einem Wiener Altbau wohnen und über einen Fenstertausch nachdenken, stehen Sie vor einer Grundsatzfrage: Sanieren oder tauschen? Die Antwort hängt vom Zustand der Fenster, von Ihrem Gebäude und von den behördlichen Vorgaben ab. Wir erklären Ihnen, worauf es ankommt — ehrlich und aus der Praxis.
Sie möchten eine persönliche Einschätzung für Ihre Fenster? Vereinbaren Sie eine kostenlose Erstbesichtigung — wir sehen uns die Situation vor Ort an.
Kastenfenster: Wiener Kulturgut mit Schwachstellen
Kastenfenster sind das Markenzeichen des Wiener Gründerzeithauses. Zwei hintereinander liegende Fensterflügel mit Luftpolster dazwischen — das war vor über hundert Jahren eine geniale Konstruktion für Schallschutz und Wärmedämmung. Doch die Jahre hinterlassen Spuren: Dichtungen fehlen, Beschläge sind ausgeleiert, und das einfache Glas lässt Wärme nahezu ungebremst nach außen.
Ein typisches unsaniertes Kastenfenster hat einen U-Wert von 2,5 bis 3,0 W/m²K. Zum Vergleich: Moderne Fenster erreichen Werte von 0,8 bis 1,1 W/m²K. Das bedeutet, dass durch alte Fenster bis zu dreimal so viel Wärme verloren geht wie nötig.
Wann sich die Sanierung lohnt
Wenn die Holzsubstanz der Fensterrahmen und Flügel grundsätzlich intakt ist, lohnt sich eine fachgerechte Sanierung fast immer. Das spart Kosten, bewahrt die historische Optik und verbessert die Dämmwerte erheblich. Eine professionelle Kastenfenstersanierung umfasst typischerweise:
- Neue Dichtungen an allen Flügeln — das allein reduziert Zugluft drastisch
- Erneuerung der Beschläge für leichtgängiges Öffnen und Schließen
- Isolierglas im inneren Flügel — damit sinkt der U-Wert auf 1,0 bis 1,5 W/m²K
- Aufarbeitung der Holzoberflächen — Abschleifen, Spachteln, Streichen
Mit diesen Maßnahmen erreicht ein saniertes Kastenfenster Dämmwerte, die mit modernen Wärmeschutzfenstern vergleichbar sind — teilweise sogar bessere, weil das Luftpolster zwischen den Flügeln als zusätzliche Dämmschicht wirkt.
Wann der Tausch unumgänglich wird
Nicht jedes Kastenfenster lässt sich retten. Wenn die Holzsubstanz durch jahrzehntelange Feuchtigkeit morsch geworden ist, wenn die Rahmen verzogen sind oder die Konstruktion statisch nicht mehr hält, ist ein Tausch die sinnvollere Lösung. Auch bei extremem Schallschutz-Bedarf — etwa an stark befahrenen Straßen — stoßen sanierte Altfenster an ihre Grenzen.
Wir empfehlen Ihnen ehrlich, welche Variante bei Ihrem Gebäude die bessere Wahl ist. Manchmal ist das die Sanierung, manchmal der Tausch — und manchmal eine Kombination aus beidem.
Denkmalschutz und Schutzzonen: Was die Behörden verlangen
Beim Fenstertausch im Wiener Altbau geht es nicht nur um Technik und Kosten — es geht auch um Genehmigungen. Und hier lauert eine der häufigsten Stolperfallen. Denn wer in einem Haus in einer Schutzzone oder in einem denkmalgeschützten Gebäude lebt, darf Fenster nicht einfach beliebig austauschen.
Schutzzonen (Wiener Bauordnung)
In Schutzzonen und bei Gebäuden, die vor 1945 errichtet wurden, ist eine Bauanzeige bei der MA 37 erforderlich. Die MA 19 (Architektur und Stadtgestaltung) prüft dabei, ob die neuen Fenster zum äußeren Erscheinungsbild der Fassade passen — Konstruktion, Teilung, Profilstärke und Farbe müssen ein einheitliches Bild ergeben. Das Verfahren dauert in der Regel bis zu sechs Wochen.
Außerhalb von Schutzzonen und bei Gebäuden nach 1945 ist der Fenstertausch hingegen bewilligungsfrei.
Denkmalgeschützte Gebäude
Bei Häusern, die unter Denkmalschutz des Bundesdenkmalamts stehen, gelten noch strengere Auflagen. Hier muss jede Veränderung an der Fassade — also auch an den Fenstern — vorab genehmigt werden. In der Praxis bedeutet das fast immer: Kastenfenster sanieren statt tauschen, oder originalgetreue Nachbauten verwenden.
Wir kennen die Behördenwege in Wien und klären die Genehmigungsfrage für Sie im Vorfeld ab. So gibt es keine bösen Überraschungen auf der Baustelle.
Moderne Alternativen: Was statt der alten Fenster kommt
Wenn ein Tausch notwendig ist, stehen heute hervorragende Alternativen zur Verfügung, die Energieeffizienz mit Altbau-Ästhetik verbinden.
Holz-Alu-Fenster
Der Klassiker bei der Altbausanierung: Innen warmes Holz, außen wetterfestes Aluminium. Holz-Alu-Fenster erreichen U-Werte von 0,8 bis 1,0 W/m²K mit Dreifachverglasung und bieten exzellenten Schallschutz. Für Fassaden außerhalb von Schutzzonen sind sie die wirtschaftlichste Wahl.
Kastenfenster-Nachbauten
Wo das äußere Erscheinungsbild erhalten bleiben muss, gibt es moderne Nachbauten im Kastenfenster-Stil. Diese Fenster sehen aus wie die historischen Originale, arbeiten aber mit aktueller Wärmeschutzverglasung und modernen Dichtungen. Der U-Wert liegt bei 0,9 bis 1,1 W/m²K. Das sogenannte „Wiener Komfortfenster" ist ein bekanntes Beispiel für diese Bauweise.
Was Sie bei der Altbau-Montage beachten müssen
Wiener Altbauten haben ihre Eigenheiten: tiefe Fensterlaibungen, unterschiedliche Parapethöhen und oft aufwendig gestaltete Fassaden. Standardfenster von der Stange passen hier selten. Jedes Fenster muss exakt aufgemessen und auf die Laibungstiefe abgestimmt werden — Sondermaße sind die Regel, nicht die Ausnahme.
Was kostet ein Fenstertausch im Altbau?
Die Kosten hängen vom Fenstertyp, der Größe und den baulichen Gegebenheiten ab. Als Richtwerte für Wien:
- Standardfenster (Holz-Alu, Dreifachverglasung): 500 bis 1.200 Euro pro Fenster inkl. Einbau
- Kastenfenster-Nachbauten: 1.500 bis 2.500 Euro pro Fenster, je nach Größe und Detaillierung
- Kastenfenster-Sanierung: 300 bis 900 Euro pro Fenster (Dichtungen, Beschläge, Isolierglas im Innenflügel)
Für eine typische Altbauwohnung mit 8 bis 10 Fenstern ergibt sich beim Komplettaustausch eine Investition von rund 5.000 bis 12.000 Euro bei Standardfenstern oder 12.000 bis 25.000 Euro bei Kastenfenster-Nachbauten. Die Sanierung bestehender Kastenfenster ist mit 2.500 bis 9.000 Euro deutlich günstiger.
Vergessen Sie nicht: Neue Fenster senken Ihre Heizkosten spürbar. Bei einer Verbesserung von U-Wert 2,5 auf 1,0 W/m²K sparen Sie je nach Wohnungsgröße mehrere hundert Euro pro Heizsaison. Die Investition rechnet sich in der Regel innerhalb von 8 bis 15 Jahren — und steigert gleichzeitig den Wert Ihrer Immobilie.
Sie möchten wissen, was der Fenstertausch in Ihrer Wohnung kostet? Schreiben Sie uns — wir erstellen Ihnen ein transparentes Angebot.
Welche Förderungen gibt es für den Fenstertausch in Wien?
Der Fenstertausch ist eine Investition, die sich lohnt — und Wien unterstützt Sie dabei finanziell. Allerdings hat sich die Förderlandschaft zuletzt verändert:
Wiener Wohnbauförderung (MA 50)
Die Stadt Wien fördert den Einbau von Schall- und Wärmeschutzfenstern mit einem einmaligen, nicht rückzahlbaren Zuschuss von 35 Prozent der förderfähigen Kosten. Die Voraussetzungen: Das Gebäude muss mindestens 20 Jahre alt sein, die Wohnung Ihr Hauptwohnsitz, und alle Fenster der Wohnung müssen getauscht werden. Die neuen Fenster müssen einen U-Wert von höchstens 1,40 W/m²K erreichen.
Bundesförderung: Sanierungsbonus derzeit ausgesetzt
Der Sanierungsbonus des Bundes, der bisher Einzelmaßnahmen wie den Fenstertausch mit Pauschalbeträgen gefördert hat, steht derzeit für neue Anträge nicht zur Verfügung. Die Sanierungsoffensive konzentriert sich aktuell auf den Kesseltausch. Ob und wann eine neue Förderschiene für Fenster aufgelegt wird, ist offen — wir behalten die Entwicklungen für Sie im Blick.
Kombination mit thermischer Gesamtsanierung
Am meisten sparen Sie, wenn der Fenstertausch Teil einer umfassenden thermischen Sanierung ist. Dabei werden Fenster, Fassadendämmung und gegebenenfalls Dachdämmung als Gesamtpaket umgesetzt — das maximiert sowohl die Energieeinsparung als auch die Fördermöglichkeiten. Details dazu finden Sie auch in unserem Beitrag zur thermischen Sanierung und Förderungen in Wien.
Wir beraten Sie, welche Förderprogramme für Ihr Vorhaben aktuell verfügbar sind, und unterstützen Sie bei der Antragstellung.
Eingangstüren: Sicherheit und Wärmeschutz in einem
Was für Fenster gilt, gilt auch für Eingangstüren — und die werden bei der Altbausanierung oft vergessen. Alte Wohnungstüren im Gründerzeithaus sind dünn, schlecht gedämmt und bieten kaum Einbruchschutz. Moderne Sicherheitstüren mit Wärmedämmkern und Mehrfachverriegelung schließen diese Lücke. Sie lassen sich optisch an den historischen Stil anpassen und verbessern neben der Sicherheit auch die Schalldämmung zum Stiegenhaus.
So gehen wir beim Fenstertausch vor
Als Generalunternehmer für Altbausanierung koordinieren wir den gesamten Prozess — von der Bestandsaufnahme bis zur Endreinigung:
- Besichtigung und Bestandsaufnahme: Wir begutachten jedes Fenster einzeln und bewerten Substanz, Dichtheit und Optik.
- Empfehlung: Sanierung, Tausch oder Kombination — wir sagen Ihnen ehrlich, was sinnvoll ist.
- Behördenwege: In Schutzzonen klären wir die Bauanzeige und die Abstimmung mit der MA 19.
- Umsetzung: Fachgerechter Ausbau der alten und Einbau der neuen Fenster — sauber, termingerecht und mit eigenem Personal.
- Förderabwicklung: Wir helfen Ihnen bei der Antragstellung und liefern alle nötigen Unterlagen.
Überraschungen gehören beim Altbau dazu — aber mit uns nicht bei den Kosten. Sie erhalten ein transparentes Angebot vor Baubeginn.
Fenster tauschen als Teil der Gesamtsanierung
Der Fenstertausch ist selten eine isolierte Maßnahme. Wer die Fenster tauscht, denkt oft auch über neue Elektrik, ein modernisiertes Bad oder eine Fassadendämmung nach. Als Generalunternehmer bieten wir Ihnen alles aus einer Hand — Bautechnik und Haustechnik, ein Ansprechpartner, ein Preis. Mehr dazu erfahren Sie auf unserer Seite zur Altbausanierung in Wien.
Vermeiden Sie typische Planungsfehler: In unserem Beitrag über häufige Fehler bei der Altbau-Renovierung zeigen wir, worauf es ankommt.
Bereit für neue Fenster — oder erst einmal eine ehrliche Einschätzung? Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns. Wir freuen uns auf Ihr Projekt.