Altbausanierung Wien: Alle Förderungen 2026 im Überblick
Wer 2026 eine Altbausanierung in Wien plant, kann von zahlreichen Förderungen profitieren: vom Kesseltausch über THEWOSAN bis zur Sockelsanierung. Hohe Decken, Stuckfassaden und Kastenfenster machen den Wiener Altbau lebenswert, aber die Sanierung braucht Planung. Hier finden Sie alle aktuellen Programme mit konkreten Beträgen und Tipps zur Kombination.
Wien fördert die Altbausanierung, aber der Überblick fehlt
Sanierungsoffensive, THEWOSAN, Raus aus Gas, Sockelsanierung, MA 50: Wer in Wien eine Altbauwohnung oder ein Gründerzeithaus sanieren will, steht vor einem echten Förder-Dschungel. Die Programme kommen von Bund, Land und Stadt, haben unterschiedliche Voraussetzungen, ändern sich laufend und lassen sich teilweise kombinieren. Teilweise aber auch nicht.
Dazu kommt: Seit Februar 2026 gelten neue Spielregeln. Der Sanierungsbonus für Einzelmaßnahmen wie Dämmung oder Fenstertausch wurde gestoppt. Gleichzeitig hat Wien die Förderung für barrierefreien Umbau um rund 80 Prozent erhöht. Wer sich nicht regelmäßig damit beschäftigt, verliert schnell den Überblick. Im schlimmsten Fall bares Geld.
Wir haben deshalb alle aktuellen Förderungen für die Altbausanierung in Wien zusammengestellt, mit konkreten Beträgen, Voraussetzungen und dem wichtigsten Tipp vorweg: Förderungen immer vor Baubeginn beantragen. Sprechen Sie uns an, wenn Sie eine Sanierung planen. Wir prüfen gemeinsam mit Ihnen, welche Programme für Ihr Projekt in Frage kommen.
Welche Förderungen gibt es 2026 für die Altbausanierung in Wien?
Bevor wir ins Detail gehen, hier die Kurzübersicht. Je nach Sanierungsumfang kommen unterschiedliche Programme in Frage:
- Kesseltausch (Bund): 7.500 bis 8.500 € für den Umstieg auf erneuerbare Heizung. Das Budget 2026 ist seit 10. Juli ausgeschöpft, neue Registrierungen sind erst 2027 wieder möglich
- THEWOSAN (Stadt Wien): 30 bis 35 % Zuschuss für thermische Maßnahmen an der Gebäudehülle
- Raus aus Gas (Stadt Wien): Bis 35 % der Kosten für Heizungsumstellung, max. 8.000 € bei Eigenheimen
- Sockelsanierung (wohnfonds_wien): Landesdarlehen und Zuschüsse für durchgreifende Sanierung von Mehrparteienhäusern
- Sonstige Sanierungsmaßnahmen (MA 50): 20 % Investitionszuschuss für Elektrik, Wohnungszusammenlegung und mehr
- Barrierefreier Umbau (MA 50): Bis 50 % Zuschuss, max. 7.500 €, ab 2026 deutlich erhöht
In den folgenden Abschnitten erklären wir jedes Programm im Detail.
Sanierungsoffensive des Bundes: Was gilt noch?
Die Sanierungsoffensive ist das zentrale Bundesprogramm für klimafreundliches Sanieren und Heizen. Für den Zeitraum 2026 bis 2030 stehen jährlich 360 Millionen Euro zur Verfügung. Allerdings hat sich seit Februar 2026 einiges geändert.
Sanierungsbonus seit 2. Februar 2026 gestoppt
Seit dem 2. Februar 2026 können keine neuen Registrierungen für den Sanierungsbonus mehr vorgenommen werden. Das betrifft Einzelmaßnahmen wie Fassadendämmung, Fenstertausch oder Dachbodendämmung. Der Grund: Rund zwei Drittel des Budgets flossen in diese Maßnahmen, obwohl der Kesseltausch pro eingesetztem Euro deutlich mehr CO2 einspart.
Wer sich vor dem 2. Februar registriert hat, behält seinen Anspruch. Alle anderen müssen vorerst ohne diese Förderung planen. Ob und wann der Sanierungsbonus wieder geöffnet wird, ist derzeit offen.
Kesseltausch seit 10. Juli 2026 ausgeschöpft
Nach dem Aus für den Sanierungsbonus war der Kesseltausch die letzte offene Förderschiene des Bundes. Seit 10. Juli 2026 ist auch dieser Topf leer. Die Sanierungsoffensive nimmt vorerst keine neuen Registrierungen mehr entgegen. Dasselbe gilt für "Sauber Heizen für Alle".
Wer bereits registriert oder eingereicht hat, muss sich keine Sorgen machen. Bestehende Anträge bleiben aufrecht und werden nach den geltenden Förderbedingungen abgearbeitet. Neu dazukommen kann derzeit aber niemand.
Und 2027? Die Sanierungsoffensive läuft weiter, jährlich stehen wieder 360 Millionen Euro bereit. Neu ist die Aufteilung: rund 181 Millionen sind für die thermisch-energetische Sanierung reserviert, rund 179 Millionen für den Kesseltausch. Damit soll verhindert werden, dass eine Schiene die andere aufbraucht. Die Förderbedingungen werden dafür überarbeitet.
Für Ihre Planung heißt das: Hat der Heizungstausch Zeit, kann sich das Warten auf die neue Förderperiode rechnen. Ist er dringend, greifen die Wiener Programme unabhängig vom Bundesbudget weiter.
Kesseltausch-Förderung: Bis zu 17.500 Euro, aktuell pausiert
Der Umstieg von fossilen Heizungen (Gas, Öl) auf erneuerbare Systeme wurde 2026 mit spürbaren Beträgen unterstützt. Diese Sätze galten bis zur Budgeterschöpfung im Juli und sind der beste Anhaltspunkt für die kommende Förderperiode:
- Wärmepumpe: 7.500 €
- Pellets-, Holz- oder Hackschnitzelheizung: 8.500 €
- Maximum: 30 % der förderfähigen Kosten
Die Bundesförderung ließ sich mit den Wiener Landesförderungen (Raus aus Gas) kombinieren, in Summe waren bis zu 17.500 Euro möglich. Für einkommensschwache Haushalte gab es über "Sauber Heizen für Alle" sogar bis zu 100 Prozent. Beide Bundesschienen sind derzeit geschlossen. Die Wiener Förderung ist davon nicht betroffen und kann weiterhin beantragt werden.
Für bereits genehmigte Anträge läuft die Umsetzungsfrist bis 30. September 2028. Wer einen Heizungstausch erst plant, richtet sich vorerst nach der Wiener Förderung und behält den Start der Bundesförderung 2027 im Auge.
THEWOSAN: Wiener Förderung für thermische Sanierung
Die thermisch-energetische Wohnhaussanierung (THEWOSAN) ist das Förderprogramm der Stadt Wien für Maßnahmen an der Gebäudehülle, also Fassadendämmung, Fenstertausch und Dämmung der obersten Geschossdecke. Die MA 50 gewährt hier:
- 30 % Zuschuss, max. 8.000 € (Standard)
- 35 % Zuschuss, max. 12.000 € (höherer energetischer Standard)
Wir haben dem Thema thermische Sanierung und Förderungen einen eigenen, ausführlichen Beitrag gewidmet. Dort finden Sie alle Details zu Voraussetzungen, Kosten und Einsparpotenzial: Thermische Sanierung Wien: Förderungen und Einsparpotenziale 2026.
Sockelsanierung: Förderung für Mehrparteienhäuser
Wer ein älteres Mehrparteienhaus in Wien durchgreifend sanieren will, kann über den wohnfonds_wien eine Sockelsanierung beantragen. Dieses Programm richtet sich an größere Sanierungsvorhaben, die über Einzelmaßnahmen hinausgehen.
Die Förderung besteht aus mehreren Bausteinen:
- Landesdarlehen: 40 % der förderbaren Gesamtbaukosten, Laufzeit 20 Jahre
- Annuitätenzuschuss: Über 15 Jahre, zusätzlich zum Landesdarlehen
- Ergänzendes Landesdarlehen: 25 % der förderbaren Kosten
Voraussetzung ist unter anderem, dass mindestens 20 Prozent der bestehenden Wohnnutzfläche verbessert werden, etwa durch Kategorieanhebung oder barrierefreie Gestaltung. Die Sockelsanierung ist besonders für Hausverwaltungen und Eigentümergemeinschaften interessant, die ein Zinshaus umfassend auf Vordermann bringen wollen.
Wird ein Zinshaus durchgreifend saniert, lohnt sich oft auch der Ausbau des Dachbodens. Aus ungenutztem Raum entsteht neue Wohnfläche, die das Projekt wirtschaftlich attraktiver macht und den Wert des Hauses hebt. Wie ein Dachausbau in Wien abläuft und worauf es bei Statik, Dämmung und Genehmigung ankommt, lesen Sie auf unserer Leistungsseite.
Das Verfahren ist komplex und beginnt mit einer Erstberatung beim wohnfonds_wien. Wir unterstützen Sie gerne bei der Vorbereitung und Umsetzung. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Wir besprechen, ob eine Sockelsanierung für Ihr Objekt in Frage kommt.
Raus aus Gas: Wiener Förderung für den Heizungsumstieg
Mit dem Programm "Raus aus Gas" fördert die Stadt Wien den Umstieg von Gasheizungen auf erneuerbare Heizsysteme oder Fernwärme. Die Fördersätze:
- Eigenheime: bis 35 % der förderbaren Kosten, max. 8.000 €
- Bonus für Geothermie/Grundwasser-Wärmepumpe: zusätzlich 4.000 €
- Wohnungen: max. 5.250 €
- Gasanschluss-Abmeldebonus: 1.500 €
Das Programm lässt sich grundsätzlich mit der Kesseltausch-Förderung des Bundes kombinieren. Solange die Bundesschiene pausiert, bleibt die Wiener Förderung allein aufrecht: bis zu 8.000 Euro, dazu 4.000 Euro Bonus bei Geothermie oder Grundwasser-Wärmepumpe und 1.500 Euro für die Abmeldung des Gasanschlusses. Öffnet der Bund 2027 wieder, sind in Kombination erneut über 15.000 Euro für die Heizung realistisch.
Barrierefreier Umbau: NEU ab 2026 deutlich erhöht
Eine Förderung, die viele Eigentümer nicht auf dem Schirm haben: Die MA 50 fördert den barrierefreien Umbau von Wohnungen für Personen ab 60 Jahren. Und seit Jänner 2026 sind die Beträge deutlich gestiegen:
- Neu: bis 50 % der förderbaren Kosten, max. 7.500 €
- Vorher: 35 %, max. 4.200 €
- Erhöhung: rund 80 Prozent mehr als bisher
Gefördert werden unter anderem:
- Bodenebene Duschen statt Badewanne
- Türverbreiterungen
- Haltegriffe und Stützvorrichtungen
- Treppenlifte und Rampen
- Rutschfeste Bodenbeläge
Gerade in Wiener Altbauwohnungen mit schmalen Türen, hohen Badewannen und engen Gängen kann ein barrierefreier Umbau die Lebensqualität enorm verbessern. Die Förderung macht diesen Schritt jetzt deutlich leistbarer. Wir arbeiten bei solchen Projekten eng mit unseren Sanitär- und Installationsteams zusammen. Was eine Badsanierung im Altbau kostet und wie der Ablauf aussieht, erfahren Sie in unserem Ratgeber zur Badsanierung.
Sonstige Sanierungsmaßnahmen: 20 % Zuschuss von der MA 50
Neben den großen Förderprogrammen bietet die MA 50 auch einen Investitionszuschuss von 20 Prozent für sonstige Sanierungsmaßnahmen. Das betrifft Arbeiten, die in keine der oben genannten Kategorien fallen, aber die Wohnqualität verbessern:
- Erneuerung der Elektroinstallation
- Wohnungszusammenlegung
- Sonstige Sanierungsarbeiten
Voraussetzungen: Die Wohnung muss zwischen 22 und 150 Quadratmeter groß sein und das Gebäude älter als 20 Jahre. In den meisten Wiener Gründerzeithäusern ist das problemlos erfüllt.
Förderungen kombinieren: So holen Sie das Maximum heraus
Das wirkliche Sparpotenzial entfaltet sich, wenn Sie mehrere Programme geschickt kombinieren. Bund und Land Wien haben unterschiedliche Töpfe, und in vielen Fällen ist eine Doppelförderung ausdrücklich erlaubt.
Ein konkretes Beispiel: Sie sanieren eine Altbauwohnung im 7. Bezirk und tauschen dabei die Gasheizung gegen eine Wärmepumpe.
- Kesseltausch Bund: 7.500 € (derzeit pausiert, voraussichtlich wieder ab 2027)
- Raus aus Gas Wien: bis 8.000 €
- Gasanschluss-Abmeldebonus: 1.500 €
- Summe Heizungstausch: bis zu 17.000 €, nach aktuellem Stand ohne Bundesanteil 9.500 €
Wenn Sie parallel die Elektrik erneuern lassen und die Wohnung altersgerecht umbauen, kommen weitere Zuschüsse dazu. In Summe können bei einer umfassenden Altbausanierung schnell 20.000 Euro und mehr an Förderungen zusammenkommen.
Wichtig: Nicht alle Programme sind miteinander kombinierbar, und die Regeln ändern sich. Deshalb prüfen wir bei jedem Projekt individuell, welche Förderkombination das beste Ergebnis bringt.
Antragstellung: Worauf Sie unbedingt achten müssen
Eine Förderung zu kennen ist das eine. Sie tatsächlich zu bekommen, das andere. Hier die wichtigsten Regeln, die bei fast allen Programmen gelten:
Förderantrag VOR Baubeginn stellen
Das ist die goldene Regel, und gleichzeitig der häufigste Fehler. Bei den meisten Förderprogrammen müssen Sie den Antrag (oder zumindest die Registrierung) einreichen, bevor die Bauarbeiten beginnen. Wer zuerst baut und dann den Antrag stellt, geht in der Regel leer aus.
Kostenvoranschläge und Energieausweis vorbereiten
Für die Antragstellung brauchen Sie in der Regel detaillierte Kostenvoranschläge, einen aktuellen Energieausweis und je nach Programm weitere Unterlagen. Wir erstellen die nötigen Angebote und unterstützen Sie bei der Zusammenstellung der Einreichunterlagen.
Fristen und Budgets im Auge behalten
Fördertöpfe sind begrenzt. Der Sanierungsbonus-Stopp im Februar 2026 hat gezeigt, wie schnell Mittel ausgeschöpft sein können. Wer sanieren will, sollte sich frühzeitig informieren und die Registrierung nicht aufschieben.
Wir begleiten Sie durch den Förder-Dschungel
Hohe Decken, Stuckdecken, Kastenfenster: Der Wiener Altbau ist ein Stück Lebensqualität, das es zu bewahren gilt. Und mit den richtigen Förderungen wird die Sanierung deutlich leistbarer als viele denken.
Wir bei Flarent sind auf Altbausanierung in Wien spezialisiert. Bautechnik und Haustechnik aus einer Hand, mit eigenem Fachpersonal und persönlichem Bauleiter. Die Förderberatung ist bei uns Teil der Leistung: Wir prüfen, welche Programme für Ihr Projekt passen, und unterstützen Sie bei der Antragstellung.
In unserem Beitrag Wohnungssanierung Wien: Kosten, Ablauf und Tipps vom Profi finden Sie einen umfassenden Überblick über den gesamten Sanierungsprozess.
Vereinbaren Sie jetzt Ihre kostenlose Erstbesichtigung. Wir freuen uns auf Ihr Projekt.