Sicherungskasten & Elektrik erneuern im Wiener Altbau: Kosten, FI-Pflicht & Ablauf
Wenn im Altbau ständig die Sicherung fliegt
Sie schalten den Wasserkocher ein, während die Waschmaschine läuft, und plötzlich ist es dunkel. Schon wieder. Im Keller oder im Vorzimmer sitzt ein alter Verteilerkasten mit Schraubsicherungen, einen FI-Schutzschalter sucht man vergeblich. Das ist in vielen Wiener Gründerzeitwohnungen der Normalzustand. Charmant sind die hohen Decken und die Flügeltüren, was hinter dem Verteilerdeckel steckt, ist es selten.
Ein alter Sicherungskasten ist nicht nur lästig, wenn er bei jeder Mehrfachbelastung auslöst. Fehlt der Fehlerstromschutzschalter, fehlt der wichtigste Schutz gegen einen tödlichen Stromschlag. Der Tausch des Verteilers ist deshalb oft der erste sinnvolle Schritt, auch ohne große Sanierung. Wir bei Flarent erneuern Sicherungskästen und rüsten FI-Schutzschalter nach, mit eigenem konzessioniertem Personal und einem Prüfbefund, der vor der Versicherung hält. Lassen Sie sich unverbindlich beraten, dann wissen Sie, woran Sie sind.

Worum es in diesem Beitrag geht: um den akuten Einzelfall. Der Verteiler ist alt, ein FI fehlt, die Sicherungen fliegen. Wenn dagegen ohnehin die ganze Wohnung saniert wird und sämtliche Leitungen raus müssen, ist das ein anderes Thema. Dazu lesen Sie weiter unten mehr.
Woran erkennen Sie, dass der Sicherungskasten erneuert gehört?
Manche Mängel sieht man auf den ersten Blick, andere zeigen sich erst bei der Prüfung. Diese sechs Warnsignale begegnen uns im Wiener Altbau am häufigsten.
- Alte Schmelz- oder Schraubsicherungen. Die typischen Porzellan-Schmelzeinsätze stammen aus einer Zeit, in der eine Wohnung mit Herd und Radio auskam. Moderne Leitungsschutzschalter lösen schneller und genauer aus.
- Kein FI-Schutzschalter. Fehlt der Fehlerstromschutz im Verteiler, fehlt der Lebensschutz bei einem Körperschluss. Das ist der mit Abstand häufigste Befund.
- Klassische Nullung (TN-C). Diese alte Verdrahtung ist seit 1973 bei Neuanlagen unzulässig. Bricht der kombinierte Schutz-Neutralleiter (PEN), liegt im schlimmsten Fall die volle Netzspannung am Gehäuse. Lebensgefahr.
- Zwei-Draht-Leitungen ohne Schutzleiter. Ohne die grün-gelbe Erdung kann ein FI seine Schutzfunktion gar nicht erfüllen, und Geräte mit Schutzkontaktstecker sind nicht ordnungsgemäß geerdet.
- Aluminium- oder Stoffmantelkabel. Aluminium wird an den Klemmstellen spröde und korrodiert, die Stoffisolierung alter Kabel zerfällt. Beides erhöht die Brandgefahr.
- Zu wenige Stromkreise. Wenn eine ganze Wohnung an zwei oder drei Sicherungen hängt, ist Überlastung programmiert. Daher fliegt die Sicherung.
Sie erkennen mehrere dieser Punkte bei sich wieder? Dann ist eine Erneuerung des Verteilers fast immer die richtige Entscheidung. Wie viel davon nötig ist, klären wir bei der Besichtigung.
FI-Schutzschalter nachrüsten: Pflicht oder nicht?
Hier wird im Internet viel Halbwissen verbreitet, und das verunsichert Eigentümer unnötig. Wir sagen es lieber genau. Eine generelle gesetzliche Pflicht, in jeder bestehenden Altbauwohnung sofort einen FI nachzurüsten, gibt es in Österreich nicht. Es kommt darauf an, ob und wie Sie an der Anlage arbeiten, und ob Sie vermieten. Drei Fälle muss man auseinanderhalten.
Fall 1: Bestand bleibt unverändert
Solange die Elektroanlage unverändert weiterbetrieben wird, gilt Bestandsschutz. Nach dem Elektrotechnikgesetz 1992 müssen Sie eine alte, aber funktionierende Anlage nicht allein deshalb auf den neuesten Stand bringen, weil die Normen sich geändert haben. Einen Nachrüstzwang für den FI gibt es in diesem Fall nicht. Heißt aber nicht, dass es sicher ist.
Fall 2: Wesentliche Änderung oder Erweiterung
Sobald Sie wesentlich in die Anlage eingreifen, etwa den Verteiler umbauen oder Stromkreise erweitern, ist das eine andere Geschichte. Dann muss der geänderte Teil an den aktuellen Stand der Technik angepasst werden, also an die OVE E 8101. Und das bedeutet in der Praxis: FI-Schutzschalter. Wer den Sicherungskasten ohnehin erneuert, kommt am Fehlerstromschutz also nicht vorbei, und das ist auch gut so.
Fall 3: Vermietung einer Hauptmietwohnung
Vermieten Sie eine Hauptmietwohnung, gilt seit 13. Juli 2010 eine klare Linie: Die Elektroanlage muss bei der Übergabe betriebssicher sein und durch eine befugte Fachkraft schriftlich dokumentiert werden. In der Praxis heißt das, dass alle Steckdosen-Stromkreise durch einen 30-mA-FI geschützt sein müssen. Hier ist der FI also faktisch Pflicht. Wenn Sie als Vermieter oder Hausverwaltung mit dem Thema E-Befund zu tun haben, finden Sie die Details in unserem Beitrag zum Elektrobefund für Hausverwaltungen.
Unsere ehrliche Empfehlung über alle Fälle hinweg: Auch wo kein Zwang besteht, fehlt ohne FI der wichtigste Lebensschutz. Ein Fehlerstromschutzschalter trennt im Bruchteil einer Sekunde die Stromzufuhr, wenn Strom dorthin fließt, wo er nicht hingehört. Deshalb raten wir praktisch immer zur Nachrüstung. Es geht um wenige hundert Euro gegen ein echtes Risiko.
Sicherungskasten erneuern: Ablauf, Dauer und was getauscht wird
Die gute Nachricht zuerst. Den Verteiler zu tauschen ist deutlich weniger aufwendig als eine komplette Neuverkabelung. Wenn die bestehenden Leitungen in Ordnung sind, bleibt der Eingriff überschaubar.
Bei der Erneuerung bauen wir den alten Verteiler ab und setzen einen neuen, normgerechten Sicherungskasten. Darin sitzen Leitungsschutzschalter für die einzelnen Stromkreise und ein oder mehrere 30-mA-FI-Schutzschalter, sinnvoll auf Gruppen aufgeteilt, damit nicht bei jedem Fehler gleich die halbe Wohnung dunkel wird. Dazu kommen ausreichend Reserveplätze für spätere Erweiterungen und eine saubere Beschriftung, damit Sie im Ernstfall wissen, welcher Schalter wozu gehört. Auf Wunsch integrieren wir einen Überspannungsschutz, der empfindliche Geräte bei Blitzschlag oder Netzschwankungen abschirmt.
Ein Teiltausch des Verteilers samt FI-Nachrüstung dauert in der Regel ein bis zwei Tage, sofern die Leitungen nicht erneuert werden müssen. Die dicken Altbauwände machen die Sache mitunter etwas mühsam, gelegentlich arbeiten wir auf Putz, um aufwendiges Stemmen zu vermeiden. Bei uns gehört das Verputzen und Ausbessern danach zum Leistungsumfang, weil unser eigenes Bautechnik-Team das mitmacht. Sie brauchen keinen zweiten Handwerker.
Reicht der Verteilertausch, oder muss die ganze Elektrik neu?
Das ist die entscheidende Frage, und die Antwort hängt vom Zustand der Leitungen ab. Ein Verteilertausch allein bringt nur dann den vollen Sicherheitsgewinn, wenn dahinter eine intakte Verkabelung mit Schutzleiter liegt.
Der Teiltausch reicht meist, wenn:
- die vorhandenen Leitungen einen Schutzleiter haben und in gutem Zustand sind,
- genügend Stromkreise vorhanden sind,
- es im Wesentlichen nur am alten Verteiler und am fehlenden FI hapert.
Mehr ist nötig, wenn wir auf klassische Nullung (TN-C), fehlenden Schutzleiter, Aluminium- oder Stoffmantelkabel stoßen. In diesen Fällen lässt sich mit einem neuen Verteiler allein keine sichere Anlage herstellen, dann müssen die betroffenen Leitungen mit. Steht ohnehin eine umfassende Sanierung an und soll die gesamte Elektrik raus, ist das ein eigenes Projekt mit anderem Aufwand. Was dabei auf Sie zukommt, lesen Sie in unserem Leitfaden zur Elektroinstallation im Altbau.
Was im Einzelfall sinnvoll ist, beurteilen wir seriös erst nach einem Blick in den Verteiler und einer kurzen Messung. Manchmal reicht weniger als befürchtet.
Was kostet es, den Sicherungskasten zu erneuern?
Transparenz bei den Kosten ist uns wichtig, auch wenn der genaue Preis immer vom Befund vor Ort abhängt. Als Orientierung gelten folgende Richtwerte für Wien.
Den Verteiler in einer Wohnung zu erneuern, kostet je nach Größe und Ausstattung etwa 500 bis 1.500 Euro. Ein größerer Zähler- oder Etagenverteiler liegt höher. Die reine Nachrüstung eines 30-mA-FI schlägt mit rund 80 bis 200 Euro pro Stück inklusive Montage zu Buche, das Bauteil selbst kostet zwischen 50 und 150 Euro. Muss für den Umbau die Wand geöffnet werden, kommen Stemm- und Verputzarbeiten dazu, was den Aufwand spürbar erhöht.
Der Stundensatz für Elektriker in Wien bewegt sich je nach Betrieb zwischen 60 und 170 Euro pro Stunde. Wir arbeiten nicht mit Pauschalen, bei denen Sie nicht wissen, was drinsteckt. Nach einer kostenlosen Besichtigung bekommen Sie ein Angebot mit Einzelpositionen. Fordern Sie eine unverbindliche Einschätzung an, und Sie haben Klarheit über die Kosten.
Erstprüfung und Prüfbefund nach OVE E 8101
Mit dem Einbau ist es nicht getan. Sobald eine Anlage neu errichtet oder wesentlich geändert wird, schreibt die OVE E 8101 eine Erstprüfung vor der Inbetriebnahme vor. Diese Norm ist die zentrale österreichische Regel für Elektroinstallationen und gilt in der aktuellen Fassung seit 1. Oktober 2025. Sie regelt unter anderem die FI-Anforderungen, die richtige Dimensionierung der Schutzeinrichtungen und eben die abschließende Prüfung.
Bei der Erstprüfung messen wir, was man mit dem Auge nicht sieht: Isolationswiderstand, Schleifenimpedanz und die Auslösezeit des FI. Das Ergebnis halten wir in einem Prüfbefund fest. Dieser Befund ist Ihr Nachweis gegenüber der Versicherung und bei Bedarf gegenüber Wiener Netze, dass die Anlage normgerecht und betriebssicher ist. Bei uns gehört er zum Auftrag dazu. Die Norm und ihre Hintergründe können Sie beim Österreichischen Verband für Elektrotechnik (OVE) nachlesen.
Warum nur ein konzessionierter Betrieb ran sollte
Den Sicherungskasten oder einen FI selbst zu tauschen ist keine gute Idee, und in den meisten Fällen auch nicht erlaubt. Gewerbliche Elektroarbeiten sind nach dem Elektrotechnikgesetz 1992 konzessionspflichtig, und die Inbetriebnahme darf erst nach der Erstprüfung durch einen befugten Betrieb erfolgen. Dieser Betrieb haftet auch für die Arbeit. Beim Verteiler arbeiten Sie unmittelbar an spannungsführenden Teilen, hier zählt jede Klemmung.
Hier liegt unser Vorteil. Wenn beim Verteilertausch die Wand geöffnet werden muss, brauchen Sie bei uns keinen zweiten Handwerker fürs Stemmen und Verputzen. Unser eigenes Bautechnik-Team erledigt das gleich mit. Ein Ansprechpartner, ein Termin, ein sauberes Ergebnis. Genau das ist das Um und Auf, wenn man nicht wochenlang auf verschiedene Gewerke warten will. Unsere Elektroinstallation in Wien bekommen Sie deshalb komplett aus einer Hand.
Ob bei Ihnen ein Verteilertausch reicht oder mehr nötig ist, sehen wir bei einer kostenlosen Erstbesichtigung. Vereinbaren Sie jetzt einen Termin, wir freuen uns auf Ihr Projekt.